Kryptowährung: Warum die Bitcoin-Rally vorerst weitergeht

FrankfurtDie Bitcoin-Rally geht weiter. Die älteste und wichtigste Kryptowährung verteuerte sich am Montag um gut zehn Prozent und war mit in der Spitze 8957,70 Dollar so teuer wie zuletzt vor einem Jahr. Auch andere große virtuelle Währungen legten zu. So ging es laut Daten des Analysehauses Coinmarketcap für Ethereum und für Ripple (XRP) um rund sieben Prozent nach oben, für Bitcoin Cash sogar um mehr als acht Prozent. 

„Das vergleichsweise geringe Handelsvolumen über das Wochenende könnte die Rally angestoßen haben. Explosive Preisbewegungen sind dann schnell möglich“, erklärte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. 

Bitcoin profitiere außerdem weiterhin von Spekulationen auf ein verstärktes Engagement institutioneller Investoren am Markt für Kryptowährungen. So hatte vor kurzem der große US-Vermögensverwalter Fidelity angekündigt, seinen Kunden den Handel von Bitcoin und Co. anzubieten. Eine entsprechende Verwahrlösung hat Fidelity bereits seit dem Herbst im Angebot.

„Zudem erfährt Bitcoin in den USA Stück für Stück eine weitere Akzeptanz im Einzelhandel“, argumentiert Emden. Triebfeder für die jüngste Hausse waren etwa Berichte aus den USA, Facebook plane eine eigene Kryptowährung. Mit ihr könnte das weltgrößte soziale Netzwerk schnell in die Liga der Zahlungsdienstleister vorstoßen. 

Die klassischen Banken wappnen sich bereits für die neue Konkurrenz. So arbeitet die US-Großbank JP Morgan an einem eigenen JPM-Coin. Die Deutsche Bank und weitere Institute, darunter die UBS und Santander und Barclays arbeiten offenbar an einem Konkurrenznetzwerk mit dem Projektnamen Fnality. Zum Einsatz kommen soll ein neu entwickelter sogenannter Utility Settlement Coin (USC). 

Bitcoin-„Schürfrechte“ werden bald erneut halbiert

Beobachter machen aber auch noch eine weitere Triebfeder für die aktuelle Hausse aus. So werfe das sogenannte Halving im kommenden Jahr seine Schatten voraus. Alle vier Jahre halbiert sich die Zahl der Bitcoins, die sogenannte Schürfer innerhalb einer bestimmten Zeitspanne gewinnen können. Der oder die unbekannten Erfinder der Kryptowährung wollen damit eine Inflation verhindern. Maximal können 21 Millionen Bitcoin in Umlauf gebracht werden. Aktuell sind es etwa 17,7 Millionen. 

Bitcoin-„Schürfer“, die sogenannten „Miner“ stellen Rechenpower zur Verfügung, mit denen die Transaktionen der Kryptowährung verschlüsselt und verifiziert werden. Als Lohn erhalten sie dafür Bitcoin.

„Auch in der Vergangenheit waren rund ein Jahr vor den Halving-Terminen größere Kursrallys zu beobachten. Den Preisfantasien scheinen derzeit wenig Grenzen gesetzt“, schlussfolgert Analyst Emden. Sollte das Aufwärtsmomentum anhalten, könnte sogar die 10.000-Dollar-Marke wieder in den Blick geraten. Allerdings: „Die Gefahr von größeren Rücksetzern bleibt nach wie vor akut. Die Cyber-Devise neigt dazu, heiß zu laufen. Gewinnmitnahmen sind dann keine Seltenheit.“

Mehr: Beim Bitcoin ging es ständig auf und ab. Drei Menschen erzählen von ihren Erfolgen und Verlusten.

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